STANDORT LENGEFELD

STANDORTLAGERSTÄTTEBERGWERKAUFBEREITUNGCHRONIK

Die Lagerstätte Lengefeld besitzt als Wertstoffkomponente ausschließlich Dolomitmarmor. Der Dolomitmarmor wird lithostratigrafisch der Raschau-Formation innerhalb der Keilberg-Gruppe zugeordnet. Das entspricht einem Alter von ca. 530-540 Millionen Jahren.

Vereinfachte geologische Karte von Lengefeld

Vereinfachte geologische Karte von Lengefeld

Im tieferen Liegenden der metakarbonatischen Sedimente ist Biotitparagneis nachgewiesen worden, der der proterozoischen Niederschlager Serie und innerhalb dieser speziell den "Marienberger Gneisen" zugeschrieben wird. Die unterkambrische, ca. 530-540 Millionen Jahre alte, Raschauer Folge der Keilberg-Serie bildet den unmittelbaren Rahmen der Lagerstätte. Die Basis dieser Folge wird abweichend von anderen Verbreitungsgebieten im Raum Lengefeld von feldspatführendem Muskovitschiefer gebildet, in den geringmächtige Amphibolitlinsen eingeschaltet sind. Das unmittelbare Nebengestein zum Dolomitmarmorhorizont (Mächtigkeit 50 - 90 m) bildet granatführender Muskovitschiefer. Im Hangenden der Lagerstätte befinden sich quarzitische Muskovitschiefer mit eingefalteten Quarzitschieferbänken.

Der Karbonatkörper ist ursprünglich marin-sedimentären Ursprungs. Die Dolomitisierung des primären Kalksteines erfolgte im Wesentlichen durch magnesiumreiche Porenwässer während der Diagenese.

Die Lagerstätte Lengefeld ist Bestandteil der mitteleuropäischen Varisziden. Die karbonatischen Sedimente gehören zur ozeanischen Kruste der Saxothuringischen Suturzone, die durch Subduktion unter Teile der kontinentalen Kruste der Böhmischen Masse geschoben wurden. Durch Druck und Temperatur erfolgte mit der Metamorphose eine Deformation und Umkristallisation der Karbonatminerale zum Marmor. Der Grad der Metamorphose ist grünschieferfaziell bis almandin-amphibolitfaziell.

Vereinfachter geologischer Schnitt (N-S) der Lagerstätte Lengefeld (zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Vereinfachter geologischer Schnitt (N-S) der Lagerstätte Lengefeld (zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Vereinfachter geologischer Schnitt (W-E) der Lagerstätte Lengefeld (zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Vereinfachter geologischer Schnitt (W-E) der Lagerstätte Lengefeld (zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Abschließend kam es während der variszischen Gebirgsbildung vor 320 Millionen Jahren zu einer Magnesium-Metasomatose, der hydrotermalen Umlagerung und Zufuhr von magnesiumreichen Fluida. Diese metasomatischen Prozesse verliefen durch die tektonische Deformation des spröd reagierenden Dolomitmarmors unkontrolliert über den gesamten Lagerstättenkörper.

Die metamorphe Umwandlung des Dolomites zum Dolomitmarmor führte zur Korngrenzgleitung und dynamischen Rekristallisation bei gleichzeitiger Homogenisierung und Vergleichmäßigung der Korngrößen der Einzelminerale.

ROHSTOFFKENNWERTE

Rohdichte: 2,85 g/cm3

Wasseraufnahme:
0,22 Masse-% bei 25-fachem Frost-Tau-Wechsel

Frostbeständigkeit: 0,13 % Masseverlust

Druckfestigkeit: 105,0 N/mm2

Biegezugfestigkeit: 11,0 N/mm2

Abriebfestigkeit: 19 cm3/50 cm2

Polierwert: 42 SRT-Einheiten

pH-Wert in wässriger Suspension: 8,5

Der ursprünglich kompakte Marmorkörper wurde durch tektonische Prozesse während und nach der variszischen Gebirgsbildung in einzelne Blöcke zergliedert, von denen bislang fünf bekannt sind (Altes Lager, Neues Lager, Tiefes Lager, Lößnitz-Lager, Weißer Ofen).

Der Dolomitmarmor von Lengefeld besitzt eine hohe Frostbeständigkeit, eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit und eine hohe Abriebfestigkeit. Die Druckfestigkeit liegt bei 105 N/mm2. Da u.a. keine Schwermetalle in sein Kristallgitter eingebaut wurden, ist er sehr rein und pigmentarm.